Vom Website-Projekt zur Markenführung

Wie aus einem digitalen Auftrag eine langfristige Markenbegleitung wurde

Bilder: Remo Buess photography

Angefangen hat unsere Zusammenarbeit mit einer Website. Und mit der Frage: Wie übersetzen wir das, was man im Brillenhaus spürt, ins Digitale?

Die bestehende Seite war funktional, selbst aufgebaut, zweckmässig. Doch etwas entscheidendes fehlte: Sie zeigte nicht das, was das Ladenlokal ausmacht, die sorgfältig kuratierte Auswahl, die feine Ironie in der Ansprache, die Selbstverständlichkeit im höheren Preissegment.

Aus meiner Sicht kann es sich ein Unternehmen mit diesem Anspruch nicht leisten, online zufällig zu wirken. Wenn Produkt, Raum und Kommunikation nicht zusammenspielen, entsteht Reibung. Und Reibung kostet Vertrauen.

Für mich wurde schnell klar: Es geht um mehr, als einen Relaunch. Es geht darum, ein Gesamtbild zu entwickeln, das sich überall gleich anfühlt.

Denn wenn jemand zuerst die Website besucht und später die Ladentür öffnet, darf kein Bruch entstehen. Es muss vertraut sein. Stimmig. Wie aus einem Guss.

Der erste Schritt: Digitale Klarheit

Wir haben eine neue Website entwickelt, begleitet von einer Bildwelt, die den Charakter des Geschäfts transportiert. Parallel entstand eine eigene Website für die Büffelhorn-Eigenmarke Revier-Brillen, reduziert, eigenständig und klar positioniert.

Damit war der digitale Rahmen gesetzt. Doch in meiner Arbeit endet Marke nie bei einer Plattform.

Konsistenz im Detail

Nach dem Online-Auftritt folgten die analogen Berührungspunkte:

  • Briefschaften

  • Gutscheine

  • Dokumentenmappen

  • Pflegehinweise

  • Visitenkarten

  • Postkarten

  • Sticker

All die Dinge, die im Alltag selbstverständlich erscheinen und gerade deshalb Wirkung entfalten.

Gemeinsam haben wir eine visuelle Linie und eine sprachliche Handschrift entwickelt, die hochwertig wirkt, ohne distanziert zu sein. Humorvoll, aber kontrolliert. Eigenständig, aber nie beliebig.

Über die Jahre ist daraus ein klar wiedererkennbarer Stil entstanden.

So verstehe ich meine Rolle: gestalten, mitdenken und prüfen

2023 wurden die Öffnungszeiten angepasst. Ein sensibler Schritt, der kommunikativ sauber geführt werden musste.

Statt einer nüchternen Information entstand ein Direct Mailing mit Augenzwinkern: inszenierte Brillen, schweizerdeutsche Wortspiele, spielerisch und dennoch stilvoll.

Ein Jahr später folgte der Standortwechsel in die Aarauer Altstadt.

Von der Ankündigung an die Kundschaft über Inserate, VIP-Einladungen und Schaufenstergestaltung bis zur Signaletik am neuen Ort, jede Massnahme war Teil eines grösseren Ganzen. Ergänzt durch neues Bildmaterial und eine Platzierung in der Annabelle unter „New Open“.

Der Auftritt blieb konsistent. Auch im Wandel.

Und manchmal heisst gute Begleitung: Nein sagen

Langjährige Zusammenarbeit bedeutet Vertrauen. Und Vertrauen bedeutet auch, nicht jede Idee einfach umzusetzen.

Es gab immer wieder Vorschläge, die kurzfristig attraktiv erschienen, Aktionen, Schnelllösungen oder kommunikative Abkürzungen.

Meine Rolle ist es, mitzudenken und zu prüfen: Passt es zur Positionierung? Stärkt es die Wahrnehmung im Premiumsegment Zahlt es langfristig auf das Gesamtbild ein?

Für mich bedeutet Markenführung, Entscheidungen mit Blick in die Zukunft zu treffen, auch wenn das heisst, kurzfristig attraktive Ideen nicht umzusetzen.

Was heute sichtbar ist

Heute wird das Brillenhaus als das wahrgenommen, was es ist: Ein Geschäft mit anspruchsvollen Kollektionen, klarer Linie und eigener Handschrift.

Kundinnen und Kunden diskutieren nicht über Preise. Sie kommen, weil sie wissen, wofür das Unternehmen steht.

Vor Kurzem sagte ein Neukunde:

„Es ist genau so, wie ich es auf der Website gesehen habe.“

Genau das ist mein Anspruch in der Zusammenarbeit mit Unternehmerinnen und Unternehmern: Kommunikation so zu entwickeln, dass sie langfristig trägt und sich überall gleich anfühlt.

Was mit einer Website begann, ist heute eine kontinuierliche Markenbegleitung – strategisch gedacht, gestalterisch umgesetzt, online und offline verzahnt.

Kommunikation entsteht durch Konsequenz und durch Entscheidungen, die immer wieder auf dasselbe Ziel einzahlen.

So wird ein roter Faden sichtbar.